[Die deutsche und deutschrechtliche Kolonisation im mittelalterlichen Böhmen und Mähren im Lichte der Geschichtsforschung], Poznań-Marburg 2004, 231 S.
Einleitung
................................................................................................................................5
Die deutsche Kolonisation im Mittelalter als Legitimationsfaktor für nationale
und politische Bestrebungen in Ostmitteleuropa 5; der Begriff „Kolonisation“ bei
Wissenschaftlern aus den böhmischen Ländern 6; Terminologiewandel im
Zusammenhang mit der Neudefinition der Entwicklungen in Böhmen im 12. und 13.
Jahrhundert 7; bisherige Forschungen zur Kolonisation (W. Wostry, V. Novotný, F.
Graus, J. Žemlička) 7; das Thema des Buches: die Ansichten böhmischer und
deutscher Forscher zur Kolonisationsproblematik 8; die Bedeutungsspanne der
Adjektive böhmisch/tschechisch 9; Definition der Begriffe Deutschböhmen,
Deutschmähren und Sudetendeutsche 10; die Reichweite der Bezeichnung Sudetenland
12; Danksagung 12.
I. Die mittelalterliche Kolonisation in der Nationalhistoriographie (von den
Anfängen der tschechischen nationalen Wiedergeburt am Ende des 18. Jahrhunderts
bis in die neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts)
.......................................................................13
1. Deutsche in den böhmischen Ländern in historiographischen Arbeiten bis zum
Ende des 18. Jahrhunderts
...............................................................................................................13
Feindseligkeit gegenüber Deutschen in Chroniken und literarischen Werken des 12.
- 14. Jahrhunderts 13; die Herkunft der Deutschen in Böhmen in den Arbeiten
gelehrter Humanisten 14; Germanen in den böhmischen Ländern in gelehrten Werken
des Barock und der Aufklärung 15; Passagen in Werken des Mittelalters und der
Renaissance, die sich vermutlich auf die mittelalterliche Kolonisation beziehen
16; die Verbindung zwischen der Ausbreitung des Magdeburger Rechts in Böhmen und
der Tätigkeit der Kolonisten (nach P. Stranský) 16; die Kolonisation im Werk G.
Dobners 17.
2. Die Kolonisation in der Historiographie der späten Aufklärung
.....................................18
Die deutsche Sprache als unifizierender Faktor in der österreichischen Monarchie
18; Grundlagen der tschechischen nationalen Wiedergeburt 18; die Umgestaltung
der Wissenschaft im Geiste der Aufklärung und die ersten wissenschaftlichen
Gesellschaften in Böhmen 19; die Entstehung der aufgeklärten Historiographie 19;
populäre Werke über die Geschichte der böhmischen Kronländer von F. M. Pelcl 20;
der Ankunftszeitpunkt der Deutschen in den böhmischen Ländern und ihre Rolle in
Pelcls Arbeiten 20; Soběslavs Privileg für die Prager Deutschen 20; die Rolle
Přemysl Ottokars II. bei der Ansiedlung von Deutschen in Böhmen 22; die
Verdienste der Deutschen bei der Entwicklung der böhmischen Länder auf Grund der
Überlegenheit der deutschen Kultur über der slavischen, nach Pelcl 22.
3. František Palacký und seine Ansichten zur Kolonisation
.................................................23
Der Einfluss der Romantik auf die Beurteilung der Vergangenheit - die Kategorie
der Nation 23; eine neue Generation von Erweckern 24; F. Palackýs Jugend 25; die
Anfänge seiner wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Tätigkeit 25; Palackýs
Absichten und seine politische Tätigkeit seit dem Völkerfrühling 26; die
Kategorie des Volkes in F. Palackýs Synthese der böhmischen Geschichte 28; die
Grundlagen der Historiosophie Palackýs 29; der Sinn der böhmischen Geschichte
als “Kontakt und Kampf des Deutschtums und des Slaventums” 30; die slavische
Verfassung in Böhmen bis zum 12. Jahrhundert 31; Veränderungen in der
Staatsverfassung seit dem 13. Jahrhundert 31; fremde Siedler im
mittelalterlichen Böhmen 31; die Rolle der Zuwanderer bei der Gründung von
Städten 32; neue Rechtsbeziehungen (die Emphyteuse) 32; positive und negative
Folgen der Kolonisation 33; die Aufgabe des böhmischen Historikers nach Palacký
33; Palackýs Erbe 34.
4. Die mittelalterliche Kolonisation in der mährischen Historiographie in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
..........................................................................................................34
Die erste Etappe in der Entwicklung der mährischen wissenschaftlichen
Historiographie (A. Boček) 34; Lokalpatriotismus als Grundlage für das Konzept
einer mährischen Landesgeschichte 35; B. Dudík als mährischer Historiograph 36;
die Grundlagen der Dĕjiny Moravy von B. Dudík 36; die deutsch-tschechischen
Beziehungen bis 1200 37; die deutsche Kolonisation im 13. Jahrhundert 37; die
Verdienste der Herrscher für die Kolonisation 38; die Emphyteuse oder das
purkrecht 38; die Urbanisierung Mährens 39; Lhoty und Dörfer zu deutschem Recht
39; eine Bilanz des 13. Jahrhunderts in Mähren, nach Dudík 39.
5. Palackýs geistige Nachfahren in Böhmen
.........................................................................40
Ideelle Gemeinsamkeiten der Palacký-Schüler 40; die wissenschaftliche und
politische Karriere V. V. Tomeks 41; die Bedeutung der mittelalterlichen
Kolonisation in Tomeks Werk 42; Tomeks Verhältnis zu nationalen Fragen 42; die
drei wichtigsten Folgen der deutschen Kolonisation im böhmischen Staat: die
Entstehung der Munizipialverfassung (43), die Zunahme deutscher Einflüsse im
Kontext rechtlicher Veränderungen (43), die Entwicklung des Handwerks (44); die
deutsche Kolonisation in Tomeks didaktischen Synthesen der böhmischen Geschichte
45; die Geschichte des slavischen Rechts von H. Jireček 46; die Rolle slavischer
und deutscher Siedler für Jireček 46; die Entstehung der Städte und die Rolle
deutscher Kolonisten, nach Jireček 47; ein anderer Standpunkt zur Entstehung der
Städte - die Ansichten J. Zoubeks 47; die Rezeption des deutschen Rechts bei J.
Hanel 48; die Politisierung der Kolonisationsproblematik bei J. Kalousek 49;
rechtliche und wirtschaftliche Aspekte der deutschen Kolonisation als
Forschungsschwerpunkt der Palacký-Schüler 50.
6. Die Ansichten deutscher liberaler Historiker aus den böhmischen Ländern zum
Problem der mittelalterlichen Besiedlung
.......................................................................................50
Die Grundlagen der deutschen Nationalgeschichtsschreibung in den böhmischen
Ländern 50; C. von Höfler und die Gründung des Vereins für die Geschichte der
Deutschen in Böhmen 51; die liberalen Schüler von Höfler 52; das Zusammenleben
von Tschechen und Deutschen, nach A. Schmalfuß 53; das Ziel der
mittelalterlichen Kolonisation, nach Schmalfuß 54; die Lage der Bauern vor und
nach der Kolonisation und die Entstehung der Städte, nach Schmalfuß 54; die
Herkunft der Kolonisten 55; tschechische und deutsche Historiker als Schmalfuß’
Quelle und die Rezeption seiner Werke 55; L. Schlesingers politische und
wissenschaftliche Tätigkeit 56; eine populäre Synthese der böhmischen Geschichte
als Antwort auf Palackýs Werk 56; die deutsche Kolonisation im mittelalterlichen
böhmischen Staat 57; die tschechisch-deutschen Beziehungen und die Frage der
Germanisierung Böhmens in Schlesingers Artikeln 58; die allmähliche Dominanz der
nationalen Sicht in Schlesingers Publikationen 58; die Bedeutung der deutschen
Kolonisation für die Entwicklung Böhmens, nach Schlesinger 59; die ersten
Arbeiten J. Lipperts 60; das unterschiedliche kulturelle Niveau von Deutschen
und Slaven bei Lippert 60; Christianisierung und Kolonisation - zwei Prozesse,
die über das Schicksal der Völker entschieden 60; die kulturelle Aktivität der
Deutschen in Böhmen, nach Lippert 61; die Folgen der Kolonisation für die Slaven
62; die politische Tätigkeit Lipperts in den neunziger Jahren des 19.
Jahrhunderts 62; das Neuartige in Lipperts Socialgeschichte Böhmens 63; die
Institution der Selbstverwaltung und die autonome Gerichtsbarkeit als
Determinante der deutschen Kolonisation 63; die Urbanisierung des Landes, nach
Lipperts Socialgeschichte 63; die Dorfkolonisation 64; das hohe Ansehen des
Buches bei Historikern der so genannten Goll-Schule 65; A. Bachmanns politische
Ansichten 65; die Kolonisation als „Großtat” des deutschen Volkes, nach Bachmann
66; seine Charakterisierung der Kolonisten 66; die Rolle der Städte, nach
Bachmann 67; die Rezeption der Synthese Bachmanns 68; die Rolle der Städte, nach
E. Werunsky 68; deutsche Rechtshistoriker und die Kolonisation 69; die
wegbereitenden Forschungen E. F. Rößlers 69; Forschungen zum deutschen Recht der
Bergwerksstädte und dem deutschen Bergrecht von J. A. Tomaschek 69; die
deutschen Städtegründer als Kulturträger, nach M. Pangerl 70; die deutsche
Kolonisation als ein Hauptforschungsthema liberaler Historiker - der Anwälte des
Bürgertums im 19. Jahrhundert 71; die liberalen Historiker und ihr Blick auf
soziale, politische und rechtliche Aspekte der Kolonisation 72.
II. Die mittelalterliche deutschrechtliche Kolonisation in Böhmen und Mähren in
den Forschungen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945
...........................................73
1. Die Herausbildung sudetendeutscher historiographischer Ansichten zur
mittelalterlichen Besiedlung
........................................................................................................................73
a. Entwicklungsgrundlagen der sudetendeutschen Historiographie an der Schwelle
zum 20. Jahrhundert und in der Tschechoslowakei
.......................................................................73
Ein misslungener Versuch eines nationalen Kompromisses am Ende des 19.
Jahrhunderts 73; Deutschböhmen und Deutschmähren als Minderheit in der
unabhängigen Tschechoslowakei 73; die Zunahme nationalistischer Stimmungen nach
Hitlers Machtübernahme 74; die Rolle der Deutschen Universität in Prag 75;
wissenschaftliche Vereine der Sudetendeutschen 75; deutsche wissenschaftliche
Zeitschriften in der Tschechoslowakei 76; der Einfluss der so genannten
Ostforschung auf die Kolonisationsforschung 76.
b. Epigonen der liberalen deutschen Historikerschule in den böhmischen Ländern
............77
Die Kolonisationsforschung als Modeerscheinung an der Wende zum 20. Jahrhundert
77; die Rolle des Fernhandels bei der Einführung des deutschen Rechts in Böhmen,
nach J. Grunzel 77; der ländliche Charakter der Kolonisationsstädte, nach G.
Juritsch 78; die Rolle der Klöster bei der deutschen Kolonisation in den
böhmischen Ländern, nach J. Loserth 78; die Charakteristik des Bischofs Bruno
von Schauenburg als Germanisator Mährens, nach M. Eisler 79; die
historisch-geographisch-statistische Beschreibung Böhmens vor der deutschen
Kolonisation von W. Friedrich 79.
c. Bertold Bretholz’ Urgermanentheorie und ihr Widerhall in der Historiographie
der böhmischen Länder
.......................................................................................................80
Bretholz’ Wirken 80; die Urgermanentheorie in den böhmischen Ländern vor dem
Auftreten B. Bretholz’ 80 (Anm. 56); Bretholz’ Synthese der Geschichte der
böhmischen Länder als Antwort auf Palackýs Werk 81; die Theorie vom Überleben
einer germanischen Restbevölkerung in den böhmischen Ländern 81; das 13.
Jahrhundert als Umbruchszeit durch die Übernahme der Vormachtstellung durch das
deutsche Element 82; der Charakter der Städte und des deutschen Rechts, nach
Bretholz 82; die Politisierung der kontinuierlichen deutschen Besiedlung der
böhmischen Länder nach 1918, nach Bretholz 83; die positive Aufnahme von
Bretholz’ Urgermanentheorie 83; tschechische Gegner der Antikolonisationstheorie
84; Gegner der Bretholz-Theorie unter den sudetendeutschen Wissenschaftlern 84;
Bretholz’ Polemik mit deutschen und tschechischen Gegnern 85.
d. Die deutsche Rechtshistorikerschule in Prag
....................................................................86
Rechtshistoriker an der Deutschen Universität in Prag 86; die deutsche
Kolonisation in Böhmen als Etappe der Ostkolonisation, nach A. Zycha 87; der
friedliche Charakter der Kolonisation, nach Zycha 87; die Bewertung der
Kolonisation, nach O. Peterka 88; W. Weizsäckers Wirken 88; die Verbindung von
Recht und Ethnos, nach Weizsäcker 89; Analogien in der Entwicklung des
mittelalterlichen Rechts in Polen und Böhmen, nach Weizsäcker 90; Weizsäcker als
völkischer Forscher 90; die Charakteristik des deutschen Bergrechts in Böhmen,
nach Zycha und Weizsäcker 90; die Anfänge der Prager Altstadt, nach A. Zycha, W.
Weizsäcker und R. Schranil 91; Zychas Theorie der Entstehung der böhmischen
Städte 92; Weizsäckers Definition der Stadt 93; die räumliche Gestalt der
deutschrechtlichen Stadt nach Ansicht der Rechtshistoriker 93; das Stadtrecht in
Böhmen 93; von Weizsäckers graphische Darstellung der Ausbreitung des deutschen
Rechts 94; die Kolonisationstätigkeit der Städte 96; das deutsche Dorfrecht als
Ableitung des deutschen Stadtrechts 96; der fränkische und der
bayrisch-österreichische Typ der Dorfkolonisation nach Ansicht der
Rechtshistoriker 97; der Stolz der Rechtshistoriker auf die Vollkommenheit des
deutschen Rechts 98.
e. Die Anfänge sprachwissenschaftlicher Forschung
..........................................................98
Die Anfänge sprachwissenschaftlicher Forschung in den böhmischen Ländern 98; die
Aufgabe der Sprachwissenschaftler, nach A. Berndt und E. Schwarz 99;
Flurnamenformen, nach Schwarz 99; die Gefährdung der Toponomastik durch die
Historiographie, nach Berndt und Schwarz 100; die institutionelle Organisation
linguistischer Forschung 100; der Fortbestand einer germanischen Restbevölkerung
in den Arbeiten E. Gierachs 101; dasselbe Problem bei Schwarz 101; die Wege und
der Zeitpunkt des Zustromes von deutschen Siedlern im Lichte der Toponomastik,
nach Schwarz 102; die Herausbildung und Dauerhaftigkeit der Sprachgrenze 103;
Schwarz’ politische Haltung 103; F. J. Beraneks und H. Weinelts
Siedlungsforschungen 104; die Anhänger von Bretholz’ Urgermanentheorie unter den
Sprachwissenschaftlern 105; Sprachwissenschaft und Kolonisationsfragen 105.
f. Die Landesgeschichte an den Universitäten
..................................................................106
T. Mayers Forderungen an die Siedlungsforschung in den böhmischen Ländern und
der Einfluss R. Kötzschkes 106; W. Wostry als Begründer der Landesgeschichte in
Prag 107; Wostrys Polemik gegen Bretholz 108; wirtschaftliche und kulturelle
Gründe für den Zustrom deutscher Siedler in die böhmischen Länder 108;
Kolonisation und Germanisierung, nach Wostry 108; das Problem der
sudetendeutschen Existenzberechtigung, nach Wostry 109; die wissenschaftliche
und politische Karriere J. Pfitzners 109; die mittelalterliche Kolonisation als
Zeichen deutschen Unternehmergeistes, nach Pfitzner 109; die Notwendigkeit einer
eigenen sudetendeutschen Geschichte und die Rolle der Historiographie, nach
Pfitzner 110; Pfitzners politische Radikalisierung und ihr Widerhall bei der
Bewertung der Rolle der Deutschen in Böhmen 111; Kolonisationsforschung als Teil
des nationalen Kampfes, nach H. Zatschek 112; K. Bittners Konzept eines
Zusammenlebens von Deutschen und Tschechen 112.
g. Lokalgeschichte
.............................................................................................................113
Die lokale Strömung in der sudetendeutschen Historiographie 113; Beiträge zur
Besiedlung einzelner böhmischer und mährischer Regionen 113; K. Bergers Arbeiten
114; A. Altrichters wegbereitende Arbeiten zur Kolonisation der Iglauer Region
114; populäre Ansätze zu einer sudetendeutschen Geschichte 115; die historische
Rolle der Sudetendeutschen in diesen Werken 116.
2. Die mittelalterliche Siedlung in den Arbeiten tschechischer Historiker an der
Wende zum 20. Jahrhundert und in der Ersten Republik
....................................................................117
a. Die Grundlagen für die Entwicklung der tschechischen Historiographie am Ende
des 19. Jahrhunderts und in der unabhängigen Tschechoslowakei
.............................................117
Die bahnbrechender Rolle des Seminars von J. Goll 117; die Entwicklung
wissenschaftlicher Institutionen in der unabhängigen Tschechoslowakei 119; neue
wissenschaftliche Zeitschriften 119; die vorherrschende Thematik historischer
Arbeiten 119; Forschungen in der Zeit des Protektorats 119.
b. Die mittelalterliche deutsche und deutschrechtliche Kolonisation in den
Arbeitern der Historiker der Goll-Schule und ihrer Gegner
..................................................................120
α) Die Kolonisation in Synthesen aus der ersten Generation der Goll-Schüler
....................120
Die Adaption des Palacký-Erbes durch die so genannte Goll-Schule 120; zwei
Bilder der deutschen Kolonisation - J. Šusta und V. Novotný 120; J. Šustas
Karriere 120; der Übergang zur Geld-Waren-Wirtschaft - die entscheidende
Veränderung des 13. Jahrhunderts, nach Šusta 121; der Urbanisierungsgrad des
Landes als Maß des Kolonisationstempos 121; die herausragende Position des
böhmischen Staates am Ende des 13. Jahrhunderts und ihre Gründe 122;
gesellschaftliche und nationale Konsequenzen der Kolonisation, nach Šusta 122;
die Unterscheidung von äußerer und innerer Kolonisation, nach V. Novotný 122; J.
Dobiášs Kolonisationsforschungen 123; die Lhoty als slavische Institution, nach
Novotný 123; frühere Ansichten über die Lhoty 123 (Anm. 383); Siedlungstypen,
nach Novotný 124; seine Bewertung der deutschen Kolonisation 124; J. V. Šimáks
Kolonisationsmonographie als historisch-topographische Beschreibung Böhmens 125;
die Etappen der „großen Kolonisation”, nach Šimák 125.
β) Agrargeschichte und Kolonisation
...................................................................................126
Die slavische Zadruga und die Verfassung des slavischen Dorfes, nach J. Peisker
126; J. Pekařs wissenschaftliche Karriere und sein Beitrag zur
Zadruga-Diskussion 126; das Konzept einer eigenständigen böhmischen Entwicklung
und die Überbewertung der deutschen Kolonisation bei A. N. Jasinskij 126; Pekařs
Polemik gegen Jasinskij - der Wert der Modellübernahme 127; die Übernahme des
deutschen Rechts bei Jasinskij 128; positive Aspekte der Dorfkolonisation nach
V. Chaloupecký 128; die Bedeutung der deutschen Kolonisation für die Entwicklung
des Bauernstandes, nach K. Krofta 129; positive Seiten der Kolonisation, nach V.
Vacek 129; das Finanzwesen auf dem Lande als negative Folge der Kolonisation,
nach R. Urbánek 130.
γ) Städteforschung
................................................................................................................130
Der Prozess der Urbanisierung nach J. Čelakovský 130; die Anfänge Prags, nach
Čelakovský 131; die Rezeption des deutschen Rechts in den Arbeiten J. Kapras’
und J. Kadlec’ 131 (Anm. 432); die Definition der Stadt bei B. Mendl und V. V.
Vojtíšek 131; das Fehlen komplexer tschechischer Siedlungsforschungen in der
Zwischenkriegszeit 132.
δ) populärwissenschaftliche Arbeiten und der Sinn der tschechischen Geschichte
132
Die Rolle populärwissenschaftlicher Arbeiten 132; F. Tadras Protest gegen die
These vom ausschließlichen Einfluss der deutschen Kultur auf die Entwicklung
Böhmens 132; die Gefahr der Entnationalisierung Böhmens in Folge der deutschen
Kolonisation in Pekařs Arbeiten 133; Pekařs Beziehung zu den Deutschböhmen als
Ableitung seiner Ansichten über den Sinn der böhmischen Geschichte 134; die
mehrdeutige Bewertung der deutschen Kolonisation in den populären Synthesen K.
Kroftas 134; die geschichtliche Rolle des tschechischen Volkes bei T. G. Masaryk
136; die Ablehnung der Idee eines beständigen tschechisch-deutschen Konflikts in
den böhmischen Ländern bei Masaryk 136; die tschechisch-deutschen Beziehungen in
den böhmischen Ländern in Vergangenheit und Gegenwart, nach E. Rádl 136; ein
besonderer Dialog zwischen tschechischen und deutschen Gelehrten aus den
böhmischen Ländern über die deutsche Kolonisation 137.
III. Die mittelalterliche deutsche und deutschrechtliche Kolonisation in den
böhmischen Ländern in der Forschung der Nachkriegszeit - von 1945 bis zur
„samtenen Revolution”
.............................................................................................................139
1. Die mittelalterliche Kolonisation Böhmens und Mährens bei den Epigonen der
sudetendeutschen Historiographie
................................................................................139
Sudetendeutsche Organisationen im Nachkriegsdeutschland 139; Kritiklosigkeit
gegenüber der Vergangenheit 140; die so genannte Ostkolonisation in der neueren
sudetendeutschen Historiographie 140; der Sammelband Die Deutschen in Böhmen und
Mähren von H. Preidel 141; die Bedeutung der so genannten Ostkolonisation bei W.
Weizsäcker, R. Schreiber und E. Schwarz 141; das Problem der Siedlungspriorität
in den böhmischen Ländern 142; W. Weizsäckers und E. Schwarz’ Anteil an der
Bearbeitung des Atlas der Sudetendeutschen 142; Schwarz’ Nachfolger bei der
Erforschung der böhmischen und mährischen Toponomastik 143; die deutsche
Kolonisation und die unpolitische Richtung der deutschen historischen
Bohemistik, nach J. Křen 144; ein Versuch, die Kolonisationsforschung zu
entpolitisieren - das Treffen in Marburg 144; K. Bosls Geschichte der böhmischen
Ländern von 1967 145; F. Seibts Arbeiten als weiterer Schritt in der Wahrnehmung
der Veränderungen des 13. Jahrhunderts 145.
2. Die mittelalterliche Kolonisation in den Arbeiten tschechischer Historiker
..................146
a. Das Bild der Historiographie in der Nachkriegshistoriographie
.....................................146
Politische Veränderungen in der Tschechoslowakei zwischen 1945 und 1948 146; die
Erneuerung des wissenschaftlichen Lebens 147; linke und antideutsche Stimmungen
unter Historikern - der 2. Kongress Tschechoslowakischer Historiker 147; die
deutsche Kolonisation in populären und didaktischen landesgeschichtlichen
Arbeiten 148; die mittelalterliche Kolonisation in der programmatischen Arbeit
Epochy českých dĕjin von V. Husa 149.
b. Das Bild der mittelalterlichen Kolonisation nach den Richtlinien des Treffens
tschechoslowakischer Historiker in Liblice 1954
...........................................................149
Die Zentralisierung der Wissenschaft nach 1948 149; die einzige verbindliche
Ideologie in der Wissenschaft - der Marxismus in seiner stalinistischen Form
150; die Grundlagen einer neuen Geschichte der Tschechoslowakei und die
mittelalterliche Kolonisation 150; Dĕjiny venkovského lidu v Čechách von F.
Graus 151; seine Definition der mittelalterlichen Kolonisation 151; seine
Bewertung der älteren Historiographie in den böhmischen Ländern 151 (Anm. 91);
die Entwicklung einheimischer Institutionen in den böhmischen Ländern und die
Kolonisation 152; die Bedeutung des deutschen Rechts und der deutschen
Kolonisation in Graus’ Buch 152; L. Hosáks Forschungen zur Besiedlung Mährens
153; der Versuch, die Rolle der Deutschen bei der mittelalterlichen Kolonisation
herunterzuspielen - L. Hrabová 154; die vereinfachte Sicht auf das Mittelalter
in Lehrbüchern (V. Husa) 154.
c. Die deutsche und deutschrechtliche Kolonisation und interdisziplinäre
Siedlungsforschungen in der Tschechoslowakei von den sechziger bis in die
achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts
..............................................................................................155
α) Erste Veränderungen in der Mitte der sechziger Jahre
.....................................................155
Eine Abkehr vom historiographischen Dogmatismus 155; die Städteproblematik im
Kontext der deutschen Kolonisation bei F. Kavka 155; die Definition der Stadt
bei Z. Fiala 156; Kolonisation und Germanisierung in der Monographie
Přemyslovské Čechy von Fiala 156; „gute“ und „schlechte“ Kolonisten, nach Fiala
157; die fehlende Unterscheidung des deutschen Rechts als eigenständigen
Phänomens in der Geschichte des Staates und des Rechts bei V. Vanĕček 157.
β) die Herausbildung der Siedlungsgeschichte als neuer Disziplin und die Frage
nach der deutschen und deutschrechtlichen Kolonisation dabei
.........................................................158
Historische Forschungen in der Zeit der so genannten Normalisierung 158; die
Zentren zur Erforschung der Siedlungsgeschichte 159; Aufgaben und Methoden der
Siedlungsgeschichte - Archäologen und Sprachwissenschaftler 159; die
linguistischen Arbeiten V. Šmilauers 160; Z. Boháčs Forschungen zu Lhota-Dörfern
161; Siedlungsforschungen im Rahmen der historischen Geographie 161; Patrozinien
und die mittelalterliche Kolonisation in Boháčs Arbeiten 162; archäologische und
historisch-geographische Arbeiten zur Feldstruktur und der Gestalt
mittelalterlicher Siedlungen 163; die Analyse der Wüstungen (V. Nekuda) 164; die
Rolle der Mächtigen bei der Kolonisation 165; komparatistische Forschungen zur
Dorfstruktur von J. Klápštĕ 165; die Kolonisation auf den Klostergütern 165;
zwei wissenschaftliche Ansichten über die Anfänge der Städte 166; die Definition
und Genese der Stadt nach Meinung von Siedlungsarchäologen und -historikern 166;
J. Žemličkas komplexer Standpunkt zur Genese der Städte 167; eine zweite
Richtung in der Erforschung der Städte - die Arbeiten der Rechtshistoriker 168;
die ethnische Problematik im Zusammenhang mit der deutschen Kolonisation - J.
Janáček 168; die mittelalterliche Stadt- und Dorfkolonisation zu deutschem Recht
bei F. Šmahel 169; die versuchte Ideologisierung der Siedlungsforschung zu
Beginn der achtziger Jahre 170; erste wissenschaftliche Resümees zur
Siedlungsforschung 1978 171; ein Wandel in der Bewertung der Veränderungen des
13. Jahrhunderts in der Geschichte des böhmischen Staates 171.
γ) gegen den Strom tschechoslowakischer Forschungen - František Graus’ neuere
Arbeiten 172
Graus’ Abkehr vom Marxismus als einziger Forschungsmethode 172; die Ansichten
der so genannten Kriegsgeneration englischsprachiger Historiker zu den
slavisch-germanischen Beziehungen (F. Dvorník, S. Harrison Thomson) 173; F.
Graus’ Ablehnung einer schematischen Aufteilung Europas nach ethnischen
(nationalen) Kriterien 173; der nationale Blickwinkel der bisherigen Mediävistik
173; die Notwendigkeit, die deutsche Kolonisation als langfristiges Phänomen des
europäischen Mittelalters zu betrachten 174; zwei historiographische Standpunkte
zur Bedeutung der deutschen Kolonisation für die Slaven, nach Graus 174;
Charakteristika der so genannten Ostkolonisation, nach Graus 175; die
Herausbildung eines westslavischen ethnischen Bewusstseins im Kontext der
Kolonisation 176; eine Gegenüberstellung von Graus’ Ansichten zur
mittelalterlichen Kolonisation und den neueren tschechoslowakischen
Siedlungsforschungen 176.
Schlussbetrachtung
..............................................................................................................178
Der Dialog zweier historiographischer Strömungen in den böhmischen Ländern 178;
liberale Werte und Demokratie als Grundlage des Dialogs 178; Der Umbruch des 13.
Jahrhunderts als der „gemeinsame Nenner" in der historiographischen Diskussion
179; der nationale Aspekt der Kolonisation oder die Legitimation nationaler
Ambitionen 179; die Rolle des lateinischen Christentums und der deutschen
Kolonisation in der Entwicklung der böhmischen Länder 180.
Abkürzungen
.........................................................................................................................182
Bibliographie
.........................................................................................................................183
Register
.................................................................................................................................212
Inhaltsverzeichnis (deutsch)
..................................................................................................221
Inhaltsverzeichnis (polnisch)
................................................................................................227
Übersetzt von Andreas Warnecke